Wenn Du alleine gelassen wirst…

März 10, 2017
Max Reifig

Davon kann ich ein Liedchen singen. Ich war selber in solch einer Situation, als ich mit meinen drei mittlerweile erwachsenen Kindern jeden Pfennig zweimal umdrehen musste. Unterhalt war ein schwieriges Thema. Nur durch den Beistand meiner Familie konnte ich für vernünftige Bedingungen meiner Kinder sorgen. Diese Situation wünsche ich keiner alleinerziehenden Mutter oder Vater.

 

Heut zu Tage sieht das etwas anders aus. Vor allem können alleinerziehende Eltern jetzt auf eine vernünftige Kinderbetreuung zählen und deswegen gleichzeitig für ihre Familie sorgen und ihren Job machen. Diese Entwicklung liegt mir sehr am Herzen. Die Kinder haben dann auch bessere Chancen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln – durch gute Betreuung, durch gute Bildung. Die SPD kämpft jetzt auch dafür, dass der Unterhaltsvorschuss länger gezahlt wird. Diese Nachricht hat mich sehr gefreut. Das bedeutet eine wirkliche Entlastung. Glaubt´ es mir.

Das Liedchen ist aber noch nicht zu Ende gesungen. Es muss hier noch mehr getan werden, um Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. Das alt hergebrachte Familienmodell ist schon lange zu überdenken. In der Vergangenheit wurden immer nur neue Reize geschaffen, Partnerschaften wie aus dem traditionellen Bilderbuch zu führen. Das ist jedem zu wünschen, aber das Schicksal meint es häufig nicht ganz so gut.  Die Strukturen haben sich geändert und ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Weg zu Ende gehen werden. Diese Veränderung ist ein weiterer Mosaikstein für die Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden.

Wenn Du Dich genauer informieren möchtest, dann schau´dir den unten stehenden Artikel an.

Deine Ulrike 👱

 

Ein Meilenstein für Alleinerziehende

Zur Ausweitung des Unterhaltsvorschusses für Alleinerziehende erklären Achim Post, Vorsitzender der NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion, und Bernhard Daldrup, kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

Eine Familie ernähren und für die Kinder da sein – diese Aufgaben ohne Partner zu bewältigen, ist eine riesige Herausforderung, der sich Alleinerziehende tagtäglich stellen müssen. Wenn dann der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt, wird die Situation leicht zur Armutsfalle. Um das zu verhindern, erweitern wir den Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende.

Die meisten Alleinerziehenden sind auf die Unterhaltszahlungen ihres Ex-Partners oder ihrer Ex-Partnerin finanziell angewiesen. Häufig werden die Unterhaltszahlungen jedoch nicht oder nur teilweise geleistet. In diesen Fällen springt der Staat ein und zahlt einen Unterhaltsvorschuss.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich bei den Verhandlungen zur Reform der Bund-Länder-Finanzbeziehungen durchgesetzt und eine erhebliche Verbesserung für die Alleinerziehenden und ihre Kinder erreicht. Alle Sachverständigen bei der gestrigen Anhörung begrüßten die geplante Reform. Zukünftig wird die Dauer verlängert, für die Alleinerziehende den Unterhaltsvorschuss beziehen können: Die bisherige Höchstbezugsdauer von 6 Jahren wird aufgehoben und die Leistung auf Kinder bis zu 18 Jahren ausgeweitet. Davon werden schätzungsweise 120.000 Kinder profitieren.

Der Gesetzentwurf ist seit mehreren Wochen in der Diskussion. Die Ausweitung des Unter-haltsvorschusses verursacht nämlich Kosten bei Bund, Ländern und Kommunen in Millionen-höhe. Überdies entstehen bei den Kommunen erhebliche Personal- und Verwaltungskosten, die bislang nicht hinreichend abgedeckt werden. Deswegen ist es gut, dass der Bund seine Beteiligung an der Finanzierung auf 40 Prozent erhöht. Die Länder müssen sich ebenfalls angemessen beteiligen.

In Nordrhein-Westfalen besteht seit mehr als einem Jahrzehnt eine Kostenverteilung, die die Hauptlast nicht beim Land, sondern bei den Kommunen lässt. Wir sind darüber mit der Landesregierung in sehr konstruktiven Gesprächen. Zu keinem Zeitpunkt in den letzten 10 Jahren – auch nicht in der Zeit der Rüttgers-Regierung – sind die Finanzierungsregelungen geändert worden. Wenn das Gesetz in Kraft tritt, soll es auch in Nordrhein-Westfalen zu einer Neuregelung der Kostenverteilung zwischen Land und Kommunen kommen.